RegioTreff „Die Wirtschaftsfrauen“ - Stadtführung „Von Hexen und liederlichen Weibern"
12. August 2025
Malleus Maleficarum - auf sicheren Pfaden unterwegs mit Ritter Jonas Daniel
Im Jahr 1487 ließ der Dominikanermönch Heinrich Kramer den „Malleus Maleficarum“ drucken – den „Hexenhammer“. Ein echter Bestseller mit 30.000 Exemplaren. Das wünscht sich jeder Buchverlag.
Was wie ein gelehrtes Werk wirkte, war in Wahrheit ein Handbuch für Angst und Blut. Zwischen seinen Pergamentseiten tropften keine Tintenflecken, sondern unsichtbare Tränen und Schreie. Kramer selbst galt als besessen von der Idee, das Böse zu entlarven. Doch jene, die ihn sahen, flüsterten, dass es nicht die Hexen waren, die in seinen Augen brannten, sondern ein finsterer Wahnsinn. Der Hexenhammer verbreitete sich wie eine Seuche, und überall, wo seine Worte gelesen wurden, folgten Scheiterhaufen.
Dresden war zum Glück keine Hochburg für Hexenverbrennung. Fast hätte es aber eine Adelige auf den Scheiterhaufen geschafft. Der Gatte von Sophia von Taubenheim war in Ungnade gefallen. Mithilfe von Heidine Weidemann kochte Sie Kleidungsstücke des Kurfürsten und wurden verraten. Heidine wurde gefoltert und starb auf dem Rabenstein in den Flammen. Sophia wurde auf dem Altmarkt mit dem Schwert hingerichtet.
Jede alte Stadt hat ihre Geheimnisse und tragischen Geschichten.
Zehn Frauen folgten meiner Einladung und zwei Stunden ging es kreuz und quer über die „Flaniermeile Friedhof“ an der Frauenkirche, Albertinum, Fürstenzug, Wohnhaus von Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann und Hofjuwelier Johann Melchior Dinglinger, Dresdner Schloss, Georgentor, Taschenbergpalais bis zur Sophienkirche und zurück zum Restaurant Pulverturm.
Geschichten von Herzögen und Kurfürsten mit Beinamen wie der Gebissene, Entartete, Bedrängte, Bärtige, Stolze, Gerechte - die wenigsten von ihnen waren nette Kerle. Doch auch die Frauen in der Sächsischen Geschichte wollten Blut und Tränen sehen. Noch heute geistert Prinzessin Anna im Dresdner Schloss herum, ein Mündel ihrer Namensvetterin Kurfürstin Anna. Und den Ort der Hinrichtung von Kanzler Dr. Nikolas Krell findet man noch heute im Altstadtpflaster. Im Jahr 1601, nach zehnjähriger Gefangenschaft auf dem Königstein, nahm die persönliche Fehde zwischen Krell und Sophie von Brandenburg, der Gemahlin des sächsischen Kurfürsten Christian I., ein spektakuläres Ende.
Schön, dass ihr da wart! Danke Antje Döhring für deinen Mut bei der Hexenprobe, Dana Mehlich, Vera Löwe, Birgit Malessa, Jana Ruhe, Cathleen M. Bilz von Die Wirtschaftsfrauen e.V., Sylva Wieczorek, Monique Hoppe, Katrin und Kirsten extra aus der Kulturhauptstadt Chemnitz angereist.
Den Abend ließen wir im Restaurant Pulverturm Dresden im Schatten der Frauenkirche mit Netzwerken ausklingen.
Danke an Ritter Jonas Daniel alias Mario Sempf - experimenteller Archäologe, Stadtführer und Buchautor unserer Sachbuchreihe „Dresden zum Gruseln".
Tina Bauschke